Schon ab 2023 hatte sich die Jüdische Gemeinde Berlin mit einer Veranstaltungsreihe den vergessenen jüdischen Architekt:innen und Stadtplaner:innen gewidmet. Nun setzt sich diese Serie mit vier Terminen im April und Mai 2025 fort. Den Auftakt bildet am 1. April 2025 der Vortrag des Architekten und Baugeschichtlers Prof. Dr. Wolfgang Schäche zu Georg Haberland (1861–1933). Als Generaldirektor der Berlinischen Boden-Gesellschaft (BBG) hatte er auf dem Bausektor einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung der aufstrebenden Metropole geleistet. Wie kaum ein anderer in dieser von Aufbruchstimmung und dynamischen Unternehmergeist erfüllten Zeit, schuf er die planerischen, baulichen wie infrastrukturellen Voraussetzungen für die Entstehung ganzer Stadtteile (wie das Bayerisches Viertel sowie das Rheinische Viertel) und sorgte für deren systematische Bebauung. Der Vortrag sucht die wesentlichen Etappen Georg Haberlands Leben und Bauschaffen nachzuzeichnen.
Am 8. April 2025 folgt ein Vortrag des Architekten und Bauhistorikers David Pessier zu Leo Nachtlicht. 1872 geboren, machte sich Nachtlicht zunächst mit Villen, Landhäusern und Innenausbauten einen Namen. Unter seinen zunehmend eigenständigen Entwürfen der 1920er Jahre, mit denen er sich dem Thema eines urbanen Lebens stellte, zählt etwa der Gourmenia-Palast von 1928/29 mit Anklängen an das Art déco erkennen lässt. Alle Vorträge der Reihe finden jeweils dienstags um 19 Uhr in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin im Repräsentantensaal (Oranienburger Straße 29, 10117 Berlin) statt. Zum vorläufigen Abschluss geht es in den Vorträgen am 6. Mai um Erwin Gutkind und am 13. Mai um Hermann Zweigenthal und Hermann Herrey. Für die Vorträge wird jeweils ein Eintritt erhoben. (1.4.25)

Berlin, Gebäude der Berliner Secession, 1925 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-1986-0718-501, CC BY SA 3.0)